Unsere Gemeinde

Kirchen & Kapellen

BAD KÖTZTING

Stadtpfarrkirche Bad Kötzting

Patrozinium »Mariä Himmelfahrt«: 15. August, konsekriert am 29. September 1772

Dass inmitten der ehemaligen Ministerialen-/Pflegerburg die Stadtpfarrkirche steht, hängt mit einer Schenkung an das Benediktinerkloster Rott am Inn zusammen. Vermutlich bei der Heirat des Markgrafen Rapoto IV. von Cham-Vohburg mit der Witwe des jungen Pfalzgrafen von Rott, der 1081 in der Schlacht bei Höchstädt a.d. Donau gefallen ist, kam das Kötztinger Land »cum ecclesia« an das von Pfalzgraf Kuno von Rott sen. zwischen 1081 und 1085 errichtete Benediktinerkloster Rott am Inn. Eine Propstei (später Hofmark) verwaltete die grundherrschaftlichen Einkünfte und übte die niedere Gerichtsbarkeit aus. 1614 konnten die Kötztinger Bürger die Grundherrschaft im Markt abschütteln.Vor 1224 muss das Kloster Rott am Inn innerhalb der Ministerialenburg eine Kirche erbaut haben. Denn Bischof Konrad IV. von Regensburg, dessen Vorfahren von den Pfalzgrafen von Rott abstammten, inkorporierte 1224 »die von seinen Vorfahren errichtete ecclesia Koetsdingen« dem Kloster Rott. Ein paariahrzehnte später muss die »Kloster«kirche der Veitskirche auf dem oberen Markt den Rang als Pfarrkirche abgelaufen haben (romanischer Taufstein aus der Mitte des 13. Jahrhunderts). 1 636 errichtete das Kloster Rott im Pfarrhof (Areal des heutigen Rathauses) ein Priorat. Bisweilen war es mit sechs Patres besetzt und bestand bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1803.

Von der ursprünglich romanischen Kirche ist noch der Taufstein vorhanden sowie das Westportal und eine eisenbeschlagene Eichentür (Pfingstrittmuseum). Die heutige Pfarrkirche ist vom Barock geprägt.
Ab 1730 schuf der Kötztinger Bildhauer Johann Paul Hager die Kanzel, die Beichtstühle und die Holzfiguren Judas Thaddäus, Florian (seit 1691 gibt es eine Florianiprozession nach Furth im Wald), Johann Nepomuk und Erzengel Michael. 1737/38 wurde das Langhaus um ein Joch verlängert und barockisiert. 1766-1769 wurden Chor, Turm und Sakristei erbaut. 1769 wurde die Decke neu freskiert (wohl ein Marien-Zyklus). Im barockfeindlichen 19. Jahrhundert wurden die sechs Gebhard- Fresken übertüncht, das Feld über der Orgel 2001 wieder freigelegt. Es stellt die Pfarrpatronin als Immaculata dar.1771 wurde der Hochaltar aufgestellt. Teile des Vorgängeraltars von 1687 bzw. 1691 wurden übernommen, darunter auch der Gnadenschrein, den der Kötztinger Bildhauer Hans Joachim Kalthenbacher geschnitzt hatte. Im Auszug des Hochaltars finden wir die Rubens’sche Dreifaltigkeit, als Altarwächter, die Bischöfe Nikolaus und Wolfgang. Erst 1786 wurde der Hochaltar gefasst. 1771. Die Seitenaltäre hat der Landshuter Bildhauer Christian Jorhan entworfen und die Figuren geschnitzt. Um die ikonographische Gestaltung gab es Differenzen zwischen dem Prior Gregor Mack und dem Kammerer Samuel Luckner: Benedikt- oder Frauenaltar? Luckner setzte sich durch: Maria Magdalena als Altarbild, Barbara und Thekla als Altarwächter. Für Benedikt und die Rotter Klosterpatrone Marinus und Anianus blieben nur mehr die Altarauszüge übrig. Dafür aber musste das von Jorhan für den Auszug geplante Schnitzwerk mit Engelsfiguren weichen. Der rechte Seitenaltar ist dem Stadt- und Pestpatron Sebastian gewidmet, wie auch dem Pilgerpatron Rochus und dem Wetterpatron Donatus. 1852 wurden die sechs Gebhard-Fresken übertüncht, 1930 fünf Felder neu mit Szenen aus dem Pfingstrittgeschehen bemalt.
Im Jahr 2002 liefert Ferdinand Salomon, Österreich, ein neues, voll mechanisches Orgelwerk mit 26 Registern. Die Disposition dazu stammt vom Stiftsmusiker von Schlägl im Waldviertel, Dr. Frieberger. Das Orgelgehäuse von 1737 wird originalgetreu saniert und restauriert.
Filialkirche Sackenried

Die Filialkirche Sackenried

Die Filial- und Wallfahrtskirche zu Ehren der Hl. 14 Nothelfer in Sackenried ist ein Kleinod und wohl eine der ältesten Kirchen im oberen Bayerischen Wald.

Sie ist umschlossen von einem Mauerbering (16. Jahrhundert) aus Granitbruchsteinen, mit nur einem Eingang durch ein Spitzbogentor. Innerhalb der Umfriedung liegen auch die Gräber der Dorfbewohner und die ehemalige Michaelskapelle, die heute als Leichenhaus dient. Das romanische Langhaus wurde Mitte des 17. Jahrhunderts verändert bzw. neu gebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Ausstattung mit den drei Altären. Den Altarraum prägt das spätgotische Sterngewölbe aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ein barocker Hochaltar, mit dem spätgotischen 14 Nothelfer Holzrelief in der Mitte, ist das Schmuckstück der Kirche. Der Hochaltar besteht aus verschiedenen Teilen unterschiedlichen Alters. Umrahmt wird er von der Statue des hl. Wolfgang und der Statue des hl. Kajetan. Das Relief aus der Zeit um 1500 zeigt die Vierzehn Nothelfer mit ihren Attributen in folgender Anordnung:
Barbara Achatius Eustachius Katharina
Turm Schwert Jagdheiliger Rad
Christus
Blasius Cyriakus Pantaleon
Kerze Palme Hände am Kopf angenagelt
Margaretha Dionysius Christophorus
Kopf Kind
Georg Erasmus Ägigius Vitus
Drache Schiffswinde Reh Feuergefäß
Ein seltenes Predellengemälde der hl. Ursula wird vom Tabernakel teilweise verdeckt. An den Wänden im Presbyterium befinden sich die Holzfiguren des Erzengels Michael mit der Waage und gegenüber die des hl. Nikolaus. Der Kreuzweg im Kirchenraum wurde von Andreas Stoiber aus Haibühl angefertigt, im August 1875 bat Pfarrer Alois Steubner den Bischof um die Erlaubnis der Benediction. Der Turm an der Westseite überragt mit seiner Zwiebelhaube das steile Satteldach des Kirchenschiffs. Er wurde erst im 20. Jahrhundert in die Giebelmauer der Kirche eingebaut. Eine Erweiterung der Sakristei erfolgte 1929. Von August 1996 bis Oktober 1997 wurde das Kirchlein, die Sakristei und die Kirchhofmauer umfangreich restauriert.

Die Glocken

Ursprünglich hingen im Turm der Kirche eine Marienglocke, eine Sebastiani-Glocke und eine Christophorus-Glocke. Während des Krieges musste eine Glocke abgegeben werden. Im August 1998 wurde das Geläut, mit einer dem Hl. Josef gewidmeten Glocke, wieder auf 3 Stück aufgestockt.

Wallfahrt

Vermutlich liegen die Anfänge der Wallfahrt in der Zeit des 30-jährigen Krieges. Vor allem zum Patrozinium, das am Sonntag nach dem 15. August (Mariä Himmelfahrt) gefeiert wird, pilgern verschiedene Fußwallfahrergruppen nach Sackenried. Dabei wird nach den Gottesdiensten der alte Brauch des Altarumgehens erneuert. Mit stillem Gebet tragen die Wallfahrer, vorgefertigte Tiernachbildungen aus Eisen und Blech (die als Votivgaben zum Dank geopfert wurden), um den Hochaltar. Im Presbyterium, hinter dem Altar, befindet sich eine Eingangstür, welche nur am Kirchweihfest zu diesem Zweck geöffnet wird. Am 17. Dezember 2020 war ein Team des Bayerischen Rundfunks, mit zwei Technikern, in Sackenried. Es wurde das Premiumgeläut mit einer Erläuterung zum Ort und dessen Geschichte mit Wallfahrtskirche, in einem kurzen Blog aufgezeichnet. Am Sonntag den, 11. April 2021 wurde dieser Beitrag dann in der Hörfunksendung „Zwölfuhrläuten“ vom BR gesendet. Der Kreuzweg entlang der Straße von Wettzell nach Sackenried wurde, nach Auftrag von Pfarrer Schanderl, im Jahre 1885 errichtet.
WETTZELL

Die Kirche in Wettzell war von jeher dem hl. Laurentius geweiht…

Laurentius Kirchen gehören mit zu den ältesten Kirchen Bayerns. Zum ersten Mal finden wir den Namen Wettzell in einer Schenkungsurkunde vom Jahre 1115, in der Hervic von Wescilscella als Zeuge genannt wird, als Graf Adalbert I. von Bogen und seine Gemahlin Hadwica von Windberg, dem Kloster Oberalteich eine Hörige überlassen.
Des weiteren wird Wecelscelle in einer Schenkungsurkunde vom 09.06.1209 erwähnt. Dort heißt es die Schenkung soll bestehen in der Mutterkirche zu Anprukke mit deren Tochterkirchen Pebraha (Böbrach), Sackenriede und Wecelscelle bezüglich patronatsrecht und Zehent und dem Dorfe Anprukke samt Zubehör.
Die Schenkung von Arnbruck, Wettzell, Sackenried und Böbrach an das Kloster Niederalteich fand aber vorerst nur auf dem Papier statt. Erst im Jahr 1242 nach dem das Geschlecht der Grafen von Bogen ausgestorben war, bestätigte Otto II. dem Kloster Niederalteich den Besitz. Das Patronatsrecht über die Kirche Wettzell hatte das Kloster Niederalteich inne bis zur Säcularisation 1803.

Das Gotteshaus, das schon 1209 bestand, war wohl wie die Kirche in Sackenried ein
romanischer Bau. Etwa um 1500 wurde ein grösseres gotisches Presbyterium gebaut, welches
heute noch steht und gut erhalten ist. Das Schiff der Kirche hatte im Laufe der Jahrhunderte sehr gelitten und befand sich bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einem schlimmen Zustand. Trotzdem musste die alte Kirche noch über hundert Jahre Dienst tun. Endlich 1848 erfolgte der dringend erforderliche Neubau des Schiffes, das nun erweitert und bis zur Friedhofsmauer verlängert wurde. Eingeweiht wurde die Kirche am 14. Mai 1868 durch Bischof Ignatius v. Senestrey. Aus der Zeit des Neubaues stammt auch die Haupteinrichtung der Kirche. Drei gotische Altäre, die Kirchenstühle und die Kanzel.

Der Turm, aus der Zeit des Presbyteriums oder noch älter, trug früher ein Schindeldach. 1889 wurde es mit Bleiblech eingedeckt. Vor dem 1. Weltkrieg hingen 5 Glocken im Turm. Mittlerweile ist der Bestand wieder auf 4 ergänzt worden.

Die Pfarrei Wettzell

Bisher konnte noch nicht nachgewiesen werden wann Wettzell eine selbständige Pfarrei und Sackenried eine Filiale von Wettzell wurde. Jedoch schon 1433 hatte Wettzell einen Plebanus=Priester. Die Reihe der Priester in Wettzell läßt sich bis in unsere Zeit nachvollziehen. Der Umfang der Pfarrei hat sich gegen früher etwas verschoben. So gehörte Weidenhof und Wurz, jetzt bei der Expositur Steinbühl, bis 1902 zu Wettzell. Kronberg wurde 1914 nach Viechtach eingepfarrt. Hingegen kam Lammerbach 1819 zur Pfarrei Wettzell. Jetzt umfasst die Pfarrei Wettzell folgende Ortschaften und Weiler: Buchberg, Dachsried, Erlau, Fischerhof, Hainzlhof, Höllenstein, Kaitersbach, Kaltenbrunn,Kammern, Kastlmühle, Klobighof, Lammerbach, Leckern, Nebenweg, Nelzer, Poppenzell, Ried, Sackenried, Stockmühle, Wettzell.
Die Seelenzahl beträgt zur Zeit ca. 550. Als Weidenhof, Wurz und Kronberg noch zu Wettzell gehörten waren es 700 bis 750 Seelen. Im Jahr 1675 waren es nur 453 Seelen.
WEISSENREGEN

Die Entstehung der Wallfahrtskirche Weißenregen

1593 erbaute das Kloster Niederaltaich unter Abt. Bernhard III. Hilz in Weißenregen eine Kapelle, die schon 1611 von den zusammenarbeitenden Gemeinden Weißenregen und Hafenberg durch eine größere ersetzt wurde. 1750- 1765 wurde die jetzige Wallfahrtskirche erbaut, nachdem die bestehende Kapelle zu klein und außerdem baufällig geworden war. Altäre und Kanzel schuf der Kötztinger Bildhauer Johann Paulus Hager (1698-1769), lediglich die Hochaltarwächter stammen vom Vorgängeraltar.

Öffnungszeiten:

Jeden Freitag ab 17.00 Uhr wegen Reinigungsarbeiten geschlossen!
Bitte verhalten Sie sich bei Ihrem Besuch der Heiligkeit des Ortes angemessen. Unsere Kirche wird von vielen Gläubigen ihrem Sinn entsprechend als Ort der Ruhe und des Gebets genutzt. Vermeiden Sie deshalb lautes Sprechen, sowie stetiges Umhergehen im Inneren der Kirche. Nutzen auch Sie die Gelegenheit zur inneren Einkehr und für ein stilles Gebet.
Ihr Patrozinium feiert die Kirche am 15. August (Die Weiheurkunde lautet allerdings auf “Unbefleckte Empfängnis” am 8. Dezember)
Konsekriert: 1765 Altar 28. Oktober 2000
Der Ort „Wiezzenregen“ lässt sich im 11.Jhd. erstmals urkundlich nachweisen. 1049 schenkte Kaiser Heinrich III. das Gut Weißenregen dem Kloster Niederaltaich und bestätigte ihm 1050 die Freiheit über Weißenregen.
Die Wallfahrt entstand im 16. Jh. während der Reformationszeit. Das Gnadenbild soll der Legende nach beim kalvinischen Bildersturm aus Nabburg hierher gerettet worden sein. Es war an einer Eiche aufgehängt und wirkte dort zahlreiche Wunderzeichen, die auf den beiden Gemälden im Chorraum der Kirche geschildert werden. 1584 brannte die Eiche angeblich ab, das Gnadenbild blieb aber unversehrt und wurde in einem Bildstock aufgestellt. Bei dem Gnadenbild handelt es sich um eine sitzende, schwangere Madonna. Die Holzfigur ist 45cm groß wird ins 14. Jahrhundert datiert. Das Gnadenbild befindet sich heute im Schrein des Hochaltares. Aus der sitzenden Madonna ist inzwischen eine stehende mit Kind geworden.

Kirchenführer

Wir freuen uns, Ihnen hier unsere wunderschöne Kirche präsentieren zu können. Da in der Vergangenheit unsere gedruckten Kirchenführer vielfach untentgeltlich aus der Kirche mitgenommen wurden, haben wir uns zu dieser Art der Veröffentlichung entschlossen. Links finden Sie eine Untergliederung, in der die einzelnen Elemente unserer Wallfahrtsirche beschrieben werden.

Baubeschreibung

Bei der Kirche handelt es sich um einen einschiffigen Saalraum, der durch die Wandpilaster in drei Fensterachsen gegliedert ist und mit einem schmalen Übergangsjoch in konkaver Wölbung zum eingezogenen Chor vermittelt. Der Chor schließt nach einem weiteren Joch in halbkreisförmigem Bogen. Das flache Tonnengewölbe mit Stichkappen besteht im Schiff aus Holz, im Chor aus Mauerwerk. Die Fenster zeigen die Form verschliffener und gestreckter Vierpässe. Der an der Westseite anschließende Kirchturm steigt über einem quadratischen Grundriss an, besitzt ein Obergeschoß mit abgeschrägten Ecken und eine hochgezogene Zwiebelhaube mit Laterne. Am Übergang vom quadratischen zum oktogonalen Grundriss vermitteln kleine Eckpyramiden. Das Erdgeschoss des Turmes dient als Vorhalle der Kirche. Die Sakristei ist im Osten an den Chor angebaut.

Deckengemälde

An der Decke des Langhauses dürfte sich ursprünglich ein monumentales Fresko befunden haben, dem Kirchenpatrozinium nach wohl mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens. Es wurde im 19. Jh. ersetzt durch sparsame aufstuckierte Ornamente mit Gitter und Rankenwerk, in der Mitte mit dem Christusmonogramm IHS. Direkt vor dem Chorbogen erscheint an der Decke ein Medaillon mit den Herzen Mariens und Jesu.Das große Deckengemälde im Chor wurde 1978 freigelegt und zeigt in einem unregelmäßigen Mehrpassrahmen die Geburt Mariens. Die Darstellung gehört zu einem Bilderzyklus von Johann Georg Bergmüller (Augsburg, 1688-1762).

Ungewöhnlich ist das Erscheinen des Weingottes Bacchus rechts unten, mit seiner Krone aus Weinblättern und dem Rebenstab in der Hand. Es erklärt sich aus der mehrfach nachgewiesenen ikonographischen Kombination von Marienfesten mit den Darstellungen der Jahreszeiten. Dem Fest „Mariä Geburt“ am 8. September (dieser Tag wird auch als der kleine Frauentag bezeichnet, während der 15. August als der große Frauentag gilt) entspricht dabei der durch Bacchus symbolisierte Herbst.

In den Stichkappenfeldern und den schmalen Zwickeln dazwischen reihen sich um das Chorfresko kleine emblematische Darstellungen, die außer dem Auge Gottes über dem Hochaltar zehn marianische Symbole zeigen. Diese sind teils der Lauretanischen Litanei, teils dem Hohen Lied entnommen und durch Spruchbänder mit lateinischen Texten erläutert.

Der Hochaltar

Der Hochaltar ist eine raumbeherrschende Anlage mit gedrehten Säulen und einem hohen Auszug. Auf der Rückseite befindet sich folgende Inschrift: “diesen altar hat gemacht Egidi Vischer, schreiner zu Kötzting 1752.” Über dem Tabernakel ist in einem vergoldeten Rahmen hinter Glas das Gnadenbild aus dem frühen 14. Jhd. eingesetzt. Das Jesuskind wurde erst in der Barockzeit ergänzt. Die Altarfiguren von Qirin Ambros Schödl auf beiden Seiten des Tabernakels zeigen den Hl. Josef und Johannes den Täufer. Über den Durchgängen stehen links die Eltern Mariens (Anna und Joachim), rechts sind die Eltern Johannes des Täufers (Elisabeth und Zacharias).

Die Seitenaltäre

Die Seitenaltäre wiederholen in reduzierter Form den Aufbau des Hochaltares. Das Gemälde des linken Seitenaltares zeigt die schmerzhafte Muttergottes, ein Werk des Chamer Malers K. Keneder von 1912. Darüber befindet sich ein Auszug aus der Verkündigung Mariens (Johann Anton Sollfleisch, 1761). Die Altarfiguren zeigen links den Hl. Johannes den Evangelisten und rechts die Hl. Magdalena. Die Putten über dem Gebälk trugen früher Marterinstrumente des Hl. Sebastian, heute die Leidenswerkzeuge Christi (bez. auf das Bild der Mater Dolorosa).

Der rechte Seitenaltar wird dominiert von Gemälde des Hl. Josef von 1912. Darüber befindet sich das gewaltsam eingepasste Bild der Darstellung des Hl. Sebastian. Ursprünglich handelt es sich dabei um das eigentliche Hauptbild des linken Seitenaltares, das durch die schmerzhafte Muttergottes ersetzt wurde. Beim rechten Seitenaltar halten die Putten die Attribute des Hl. Josef als Zimmermann. Die Altarfiguren stellen die Hll. Rochus (rechts) und Franz Xaver dar. In einem Glaskasten über der Mensa sind die Gebeine des Hl. Peregrinus, eines röm. Katakombenheiligen ausgestellt.

Die Kanzel

Die beeindruckende Schiffskanzel von Johannes Paulus Hager verdient zu Recht genauere Betrachtung. Grundidee ist die Vorstellung der Kirche als Schiff, das den Gläubigen sicher zu tragen vermag. Am Fuß des Kanzelaufgangs weist ein Engel mit den Gesetzestafeln den steilen, felsigen Weg nach oben. Ein Apostel am Schiffsheck will mit dem Symbol Anker Hoffnung machen. Aus dem Schiff beugen sich zwei Jünger und holen ein Netz mit Fischen ein. Unterm Schiff spuckt ein Walfisch den Propheten Jonas aus. Das Relief an der Rückwand weist den Prediger darauf hin, Gottes Wort gelegen oder ungelegen weiterzugeben, doch stets wie ein guter Hirte. Am Schalldeckel verweist ein Engel mit Halbmond vermutlich auf die Anrufung Mariens während der Türkengefahr 1571 und 1683, ein anderer Engel auf das Weißenregener Gnadenbild. Der Schiffsmast ist fest in der Hand Gottes. Auf der Plattform lotst der Heilige Geist das Schiff durch die Stürme der Zeit. Engel helfen mit, indem sie das Segel bedienen.

Übrige Ausstattung

Die große Kreuzigungsgruppe an der Südwand des Langhauses besteht aus einem Kruzifix des späten 19., bzw. frühen 20. Jhd., sowie aus den barocken Assistenzfiguren Maria und Johannes, die um 1700 zu datieren sind. In der gleichen Zeit dürfte die vom Chorbogen herabhängende, doppelseitige Muttergottes im Rosenkranz entstanden sein. An der Nordwand des Chores befindet sich ein Kasten mit zahlreichen silbernen Votivgaben des 18. und 19. Jhd. Sie stellen das Körperteil oder auch Tiere dar, bei deren Heilung Maria geholfen hat. Von den Votivbildern im Vorraum der Kirche ist eine Wiedergabe des Gnadenbildes aus dem späten 18. Jhd. bemerkenswert, die auf ein im Umriß eines Baumstamms ausgesägtes Brett gemalt ist.
Die vierzehn Kreuzwegstationen wurden 1914 von Georg Halter gemalt. 1978 wurde eine neue Orgel im alten Gehäuse von 1901 erstellt. Die südlich des Turms gelegene Antoniuskapelle, ein schlichterRaum mit Tonnengewölbe und Fenster zur Kirche, enthält einen kleinen 1700 entstandenen Altar, sowie vier einfache Grabsteine des 18. Jhd. von Eremiten, die hier gelebt haben.

Weißenregen am Jakobsweg

Unsere Wallfahrtskirche befindet sich am Ostbayerischen Jakobsweg. Die Fränkische St. Jakobusgesellschaft Würzburg e. V. hat das Teilstück des Jakobsweges vom tschechisch/ bayerischen Grenzübergang bei Vseruby/Eschlkam über Regensburg, Kelheim, Eichstätt nach Donauwörth wieder belebt und so eine Lücke im Netz der Jakobuswege in Süddeutschland geschlossen. Stationen am Weg sind zum Beispiel die Jakobskirche in Eschlkam mit ihrer neuromanischen Malerei, unsere Wallfahrtskirche Weißenregen oder der Kunstwanderweg auf der Leminger Höhe mit einem grandiosen Ausblick in das Grenzland und zum Hohenbogenmassiv.
Historisch gesehen folgt der Weg zunächst den uralten Verbindungswegen zwischen Böhmen und Bayern im Bereich der Further – Chamer Senke. Er durchquert den nördlichen Teil des Bayerischen Waldes und erreicht die Donau bei Regensburg, einem der bedeutendsten religiösen, politischen und wirtschaftlichen Zentren des Mittelalters mit einem der ersten sicheren Donauübergänge in Gestalt der im 12. Jh. errichteten Steinernen Brücke.
Bei uns haben Sie die Möglichkeit, Ihren Pilgerausweis mit einem Stempel zu versehen. Er befindet sich in der Kirche auf der rechten Seite in der Nähe der Spindeltreppe, die zum Chor führt.
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