Es war eine klare Ansage gleich zu Beginn des Familiengottesdienstes: Es werde heute alles andere als lustig werden, meinten der Richter, der Cowboy und der Detektiv vorne am Altar – und das am Faschingssonntag! Dann stellten die drei strengen Herren ihre Regeln auf, die alle Gottesdienstbesucher einzuhalten hätten: „Du sollst jeden Sonntag in die Kirche gehen“; „Du musst immer brav sein“; „Du musst immer fleißig sein“ – und so weiter. „So viele Regeln – ich weiß gar nicht, ob ich das alles hinbekomme?“, fragte sich von den Kirchenbesuchern bestimmt nicht nur Valerie. Damit sollte das Thema Regeln aber noch nicht beendet sein: Im Evangelium ging es um die Gesetze der Propheten. Jesus machte den Menschen klar: Was im Gesetzbuch steht, ist nur die Pflicht. Jesus will aber die Kür: Die Gesetze sollen nicht nur erfüllt, sondern sogar überstiegen werden. Wenn also im Gesetzbuch steht: „Lügen und schwören sind verboten“, dann sagt Jesus: „Ihr soll immer ehrlich sein: Ihr sollt in Euren Herzen ehrlich denken.“ Die Mitglieder des Familiengottesdienst-Teams verdeutlichten das anhand von drei kurzen Szenen, mit denen sie verdeutlichten, dass es nicht nur um die Einhaltung von Regeln geht – anders also, als Cowboy, Richter und Detektiv anfangs behauptet hatten. Zum Beispiel, als Vevi herumhetzt, noch alles Mögliche erledigen muss, und bei all dem Stress auch noch der Gottesdienstbesuch ansteht. Da bietet ihr Christina an, mit ihr zu reden und meint, ob es nicht besser sei, entspannt und mit offenem Herzen in die Kirche zu gehen, statt einfach nur zu gehen, weil es sich „gehört“? Pfarrer Thomas Winderl verdeutlichte diese Überlegungen noch einmal in seiner Predigt. Es gehe nicht darum, eine Art „Strichliste“ zu führen, mit Dingen, die jeder erledigt, mit Regeln, die jeder eingehalten habe. Es gehe um die „größere Gerechtigkeit“, wie es Jesus nenne. „Es reicht nicht, nicht zu lügen, sondern: Das, was ich sage, und das, was in mir drinnen ist, soll zusammenpassen.“ Gott traue jedem von uns zu, dass er seinen Beitrag leisten könne, dass hier auf dieser Welt ein Stück weit mehr Himmel sei. „Probier‘ das Bestmögliche aus – nicht aus Angst vor den Regeln, sondern aus Liebe.“ Die jetzt beginnende Fastenzeit könne dazu genutzt werden, zu prüfen, wo es bei jedem von uns noch nicht so ganz passe, damit das Stückchen Himmel auf Erden möglich sei.

